Grosse Talente, grosse Ideen

A perfect match

10.09.2021 – Sie unterstützen die ETH Woche 2021 – weshalb?

Linda Vera Roethlisberger: Das Konzept überzeugt mich auf der ganzen Linie! Das gesellschaftliche Anliegen, bei dem die ETH Woche ansetzt, war genau mein Thema in den letzten dreissig Jahren. Mit anderen Worten: Ich bin froh, musste ich die ETH Woche nicht selbst erfinden! (Lacht.) Mir und meiner Trilogos Stiftung geht es um den Menschen in seiner Gänze. Das Kognitive ist wichtig, ja, aber auch Herz und Gefühl, Moral und Ethik machen den Menschen aus. Um beispielsweise in einem umfassenden Sinne ein guter Unternehmer zu sein, reicht Intelligenz nicht aus, es braucht auch Herzensbildung. Oder: Um eine innovative Forscherin und Erfinderin zu werden, braucht es auch Kreativität und Intuition! Ich bin überzeugt: Das ist auch die Sehnsucht der jungen Studierenden. Sie wollen ihr individuelles menschliches Potenzial sowie ihre Sozialkompetenz bewusst entwickeln, sich nicht nur in digitalen Welten bewegen. Ich habe die Wirkungsberichte zur ETH Woche gelesen, mir Fotos und Videos angeschaut: Man spürt die Begeisterung dieser Jungen!

Was verbinden Sie persönlich mit der ETH Zürich?

Verwandte, Freunde und Bekannte von mir waren an der ETH, darunter mein geliebter Götti, der mit mir bereits philosophierte, als ich noch ein Kind war. Er absolvierte an der ETH sein Ingenieurstudium. Ich schätze die ETH als unsere wichtigste Hochschule: Wir müssen unsere Jungen fordern und fördern! Faszinierend sind für mich als Pädagogin die neuen Wege der Zusammenarbeit unter den Studierenden, die die ETH mit der diesjährigen «Hub Edition» der ETH Woche erproben will.

Woher rührt ihr Wunsch, junge Menschen bei ihrer Entwicklung zu Persönlichkeiten mit kreativem und kritischem Geist zu unterstützen?

Ich war viele Jahre als Lehrerin tätig: Ich habe damals das evangelische Lehrerseminar Muristalden besucht, wo ich Teil der ersten Klasse war, die Frauen aufnahm. Meine erste Stelle als Lehrerin übernahm ich in Belp. Danach war ich in Zürich in einer Privatschule tätig. Ich war Vollblutlehrerin. Doch ich merkte, dass ich in die Erwachsenenbildung gehörte: Bei meiner ersten Stelle hatte ich viele Schülerinnen und Schüler aus einfachen Verhältnissen. Später unterrichtete ich sehr privilegierte Kinder, die aber teilweise stark unter Druck gesetzt wurden. In beiden, sehr unterschiedlichen Arbeitskontexten habe ich dasselbe festgestellt: Dass ich bei Problemen eigentlich bei den Eltern ansetzen müsste! Ich entwickelte also eine Methode für Erwachsenen-, Persönlichkeits- und Bewusstseinsbildung. So kam ich zu meiner Trilogos Methode und zu meiner selbständigen Tätigkeit. Mein Engagement für die ETH Woche schliesst den Kreis gewissermassen, es führt mich zurück zur Jugend.

Wie sind Sie zur Philanthropin geworden?

Lange Jahre lebte ich für meine Tätigkeit mit Trilogos, welches ich 1990 gegründet habe. Ab 50 merkte ich, dass ich gewissermassen «fertig bin mit meinem Bild». Ich spürte auch nicht mehr dieselbe Kraft in mir. Gleichzeitig war ich sehr dankbar für das grosse Vertrauen der Menschen und den langjährigen Erfolg, den ich mit meinen Schulungen und Beratungen, hauptsächlich im deutschsprachigen Raum, geniessen durfte. Also gründete ich 2012 eine Stiftung, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Hieraus ist auch mein aktuelles Engagement für die ETH Woche erwachsen – ich freue mich sehr darauf, in der kommenden Woche persönliche Einblicke zu erhalten!

Die ETH Woche ist ein Projekt der Critical Thinking Initiative

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