ETH Zürich schafft neue Professur für Genom-Biologie

DNA

(Bild: Katrien Nowak/ETH Zurich)

09.02.2017 – Die ETH Zürich schreibt erstmals eine Professur für Genom-Biologie aus. Damit baut die Hochschule ihre internationale Führungsposition im Bereich der personalisierten Medizin weiter aus. Ermöglicht wird die neue Professur durch Donationen der NOMIS Foundation und der Lotte und Adolf Hotz-Sprenger Stiftung an die ETH Zürich Foundation.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen unseren Genen und bestimmten Krankheitsbildern? Liegt es vielleicht auch an den Genen, wenn verschiedene Menschen unterschiedliche Ausprägungen der gleichen Krankheit erleben – oder wenn bestimmte Patienten nicht auf Therapien ansprechen, die bei anderen wirksam sind? Diese und andere Fragen zu erforschen ist Aufgabe der neuen Professur für Genom-Biologie an der ETH Zürich. «In Zukunft wird nicht wie bisher bei allen Patienten mit derselben Krankheitsdiagnose das gleiche Arzneimittel zur Anwendung kommen. Es wird sich im Zuge der Life-Science-Revolution eine individualisierte Medizin entwickeln, durch die jeder einzelne Patient eine für ihn optimale Behandlung erhalten wird», erläuterte Ruedi Aebersold, Professor für Molekulare Systembiologie und Vorsteher des Departements Biologie, an dem die Professur künftig angesiedelt sein wird.

Vertreter der Lotte und Adolf Hotz-Sprenger Stiftung, der ETH Zürich Foundation und der ETH Zürich im Büro des ETH-Präsidenten (Bild: Tom Kawara/ETH Zürich Foundation)

Vorreiter in der personalisierten Medizin
«Die geplante Professur leistet einen kritischen Beitrag, um die Führungsposition von Zürich und der Schweiz in der personalisierten Medizin im internationalen Kontext aufrecht zu erhalten und auszuweiten», betonte ETH-Präsident Lino Guzzella. «Sie schliesst eine Lücke in der Lehre der genomischen und genetischen Biologie.»

«Wir dürfen nicht stillstehen», unterstrich auch Detlef Günther, ETH-Vizepräsident für Forschung, beim Jahresmediengespräch am 09. Februar 2017. Daher freue es ihn ausserordentlich, dass durch die Unterstützung der NOMIS Foundation und der Lotte und Adolf Hotz-Sprenger Stiftung die neue Professur ermöglicht werde.

«Die Initiative ‘Personalisierte Medizin’ an der ETH Zürich hat Pioniercharakter», erklärte Markus Reinhard, Geschäftsführer der NOMIS Foundation. «Wir engagieren uns gemeinsam mit der Lotte und Adolf Hotz-Sprenger Stiftung, damit die Grundlagenforschung in diesem Bereich entscheidende Fortschritte machen und die Professur künftig als Basis für ein schweiz-, wenn nicht weltweites und interdisziplinäres Forschungsnetzwerk hochqualifizierter Wissenschaftler dienen kann.»

Vertreter der Nomis Stiftung, der ETH Zürich und der ETH Zürich Foundation mit ETH Präsident Lino Guzzella (Mitte). (Bild: Tom Kawara/ETH Zürich Foundation)

Genetik mit High-Tech-Analysen verbinden
Die Professur wird mit anderen Forschenden des Departements Biologie der ETH Zürich in den Bereichen Proteomik, Genetik, Systembiologie, Zelldynamik und molekulare Biologie eng zusammenarbeiten. Daneben wird sie auch mit Bereichen ausserhalb von Biologie und Medizin kollaborieren. Im Vordergrund steht die Vernetzung mit den Computerwissenschaften. Mithilfe dieser Forschung sollen klinische Entscheidungen künftig durch computergestützte Analysen der komplexen Patientendaten rational getroffen werden können. Darüber hinaus wird der respektive die künftige Stelleninhaber/in auch in der Lehre an der Hochschule aktiv sein. Die Vermittlung von Grundlagen der modernen Genomik sowie von Kenntnissen zur Rolle der Genetik bei der Ausprägung von Krankheiten gehören zu seinen/ihren Aufgaben.

Die Professur ist ab sofort ausgeschrieben: Ausgeschriebene Professuren

Weitere Informationen
Corinna Adler
corinna.adler@ethz-foundation.ch
Tel. 044 633 69 60

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