Gönner ermöglichen Ausbau der Kryo-Elektronenmikroskopie und neue Professur

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Familie von Finck mit Mitgliedern der ETH-Schulleitung und Prof. Hans Hengartner (ETH/UHZ). (Bild: Eline Keller-Sørensen)

23.08.2018 – Mit grosser Freude und Dankbarkeit gibt die ETH Zürich bekannt, dass sich die Familie August von Finck bereit erklärt hat, der ETH mit einer grosszügigen Donation die Beschaffung eines neuen Kryo-Elektronenmikroskopie-Geräts (Kryo-EM) zu ermöglichen.

Gleichzeitig haben sich drei Stiftungen zu einer nachhaltigen Förderung der wissenschaftlichen Forschungsarbeit in diesem Bereich bereit erklärt: Die NOMIS Foundation ermöglicht für zehn Jahre gemeinsam mit der Monique Dornonville de la Cour Stiftung die Anschubfinanzierung einer Professur im Departement Biologie. Zudem beteiligt sich die Baugarten Stiftung am Projekt.

Gemeinsam ermöglichen die vier Donatäre  der ETH Zürich mit insgesamt 13 Mio. Franken die Anschaffung eines hochmodernen Kryo-EM-Geräts, die Aufrüstung des bestehenden Geräts sowie eine neue Professur.

„Den vier Spendern möchte ich für Ihre enorm grosszügige Unterstützung herzlich danken. Ihre Förderung ermöglicht der ETH Zürich, die Welt der Moleküle in bisher unerreichter Präzision zu erforschen“, freut sich Lino Guzzella, Präsident der ETH Zürich. „Dies eröffnet noch nie dagewesene Möglichkeiten in den Life Sciences.“

Doch worum geht es bei der Kryo-EM überhaupt? In jeder lebenden Zelle laufen ununterbrochen biochemische Reaktionen und Prozesse ab. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Proteinen zu, die eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben erfüllen. Ist die Struktur dieser Proteine gestört, laufen die Prozesse innerhalb der Zelle nicht mehr ordnungsgemäss ab, was unter Umständen zu Krankheiten führen kann.

Die immense Bedeutung der Proteine ist der Forschung schon seit einiger Zeit bekannt. Lücken bestanden jedoch in der Abbildung ihrer dreidimensionalen Struktur: Für ein herkömmliches Mikroskop sind diese Zellbausteine zu klein, und auch andere Verfahren eigneten sich nur sehr eingeschränkt. Den grossen Durchbruch brachte die Kryo-Elektronenmikroskopie, mit der sich Eiweissmoleküle heute fast atomgenau abbilden lassen. Die drei Forscher, die diese revolutionäre Methode entwickelten, wurden 2017 mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Durch die Methode der Kryo-EM, schrieb das Nobelpreis-Komitee 2017 anlässlich der Preisverleihung, sei in der Biochemie eine neue Ära angebrochen.

Dies gilt auch für die ETH Zürich. Dank der Investition der vier Förderpartner wird die ETH Zürich auf diesem Gebiet an vorderster Front mit dabei sein. Denn die Kryo-EM eröffnet noch nie dagewesene Möglichkeiten, in Kombination mit anderen Forschungsmethoden die strukturellen Grundlagen biochemischer Prozesse in gesunden und kranken Zellen zu erforschen. Damit lassen sich beispielsweise Mechanismen erkennen, die zu Krankheiten führen, oder individuelle Stoffwechselvorgänge beobachten, die im Rahmen der personalisierten Medizin als Ansatzpunkt für neue Therapien dienen können.

 

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