«Show that you care!»

Talente unterstützt Ilse New nicht nur als Gönnerin der ETH Foundation. Die langjährige ETH-Dozentin für englische Sprache und Literatur hat sich Talentförderung zur Lebensaufgabe gemacht.

 

Wie sind Sie an die ETH Zürich gekommen?

 

Ilse New – Zweisprachig aufgewachsen, mit familiären Beziehungen in Österreich, England und der Schweiz, kam ich 1968 nach Zürich, wo ich das Studium der englischen Sprache und Literatur aufnahm.

An der Universität kam es zur für mich schicksalhaften Begegnung mit Sir Brian Vickers, Professor für englische Renaissanceliteratur und einem der renommiertesten Shakespeareforscher weltweit. Er wurde mein Mentor, und als er 1975 an die ETH Zürich wechselte, wurde ich seine wissenschaftliche Assistentin. Zunächst mit der Durchführung von Kursen wie «English for Academic Purposes» betraut, erweiterte sich mein Lehrangebot stetig.

Als Brian Vickers 2002 emeritiert wurde, konnte ich seine Einführungsvorlesung in die englische Literatur übernehmen. So habe ich meine Leidenschaft für die englische Sprache und Literatur über die Jahre mit Tausenden von Studierenden geteilt!

 

Weshalb unterstützen Sie das Exzellenz-Stipendienprogramm der ETH?

 

Ilse New – Zum einen hatte ich selbst das Glück, in meinem Leben auf Menschen zu treffen, die mich inspirierten und förderten.

Zum anderen lernte ich über die Jahre, als die Betreuung in meinen Veranstaltungen individueller wurde, zahlreiche Excellence Scholars kennen. Sie erschienen nach der Gründung der ETH Foundation 2003 und dem Start des Exzellenz-Stipendienprogramms 2007 immer häufiger in meinen Veranstaltungen und begeisterten mich Mal für Mal durch ihre Persönlichkeit und ihren Wissensdurst. Ich konnte immer wieder erleben, wie sehr das Stipendium diese Talente beflügelt. «Striving for excellence» ist ihr Leitspruch. Junge Menschen dabei zu ermutigen, erachte ich als nobelste Aufgabe jeder Lehrperson: «Show that you care!»

 

Eine Weise, dies zu tun, ist für Sie bis heute, englische Texte der Scholars zu lektorieren – von der Master-Arbeit bis zur wissenschaftlichen Publikation.

 

Ilse New – Es gab auch aussergewöhnliche Anfragen. Einer der Scholars hatte zum Beispiel eine Rockband. Er fragte mich, ob ich seine Lyrics durchsehen würde. Ich begleitete schliesslich drei Alben dieser Band. Unterstützt von weiteren Scholars, organisierten wir zudem regelmässig Benefizkonzerte.

 

Was fällt Ihnen auf, wenn Sie die Entwicklung der Talente verfolgen?

 

Ilse New – Ich bin glücklich, bis heute mit Scholars an der ETH, aber auch in Toronto oder in Stanford in Kontakt zu stehen. Besonders beeindruckt mich ihre häufig ausgeprägte Neigung zu einer umfassenden Bildung, ganz im Sinne des Mitbegründers der humanistischen Tradition an der ETH, Francesco de Sanctis. Ihre vielseitige Begabung zeigt sich beispielsweise in einer besonderen Affinität zur Musik oder in der Hinwendung zur Literatur. Zudem zeigen viele schon früh ein ausgeprägtes Führungspotenzial: Sie unterstützen und motivieren die jüngeren Studierenden. Ich bin sehr gespannt, wie diese Scholars unser aller Zukunft prägen werden!

 

Welche Bedeutung kam der Bildung denn in Ihrer eigenen Familie zu?

 

Ilse New – Bildung wurde in meiner Familie hoch gehalten, und zwar – eben – eine holistische Bildung. Ich blicke auf Generationen von Geisteswissenschaftlern und Hochschulingenieuren mit musikalischen oder künstlerischen Neigungen zurück. Die imposant gespielten Chopin-Polonaisen meines Grossvaters klingen mir noch heute in den Ohren, und die Aquarelle meines Vaters zieren unser Heim. Auch mein Mann, ein an der ETH promovierter Chemieingenieur, pflegt dieses ganzheitliche Bildungsideal: Wir lernten uns nicht zufällig an einer Kunstausstellung kennen – und über das Klavierspiel zu vier Händen!

 

Exzellenz-Stipendien unterstützen

Wir kontaktieren Sie gerne.

Haben Sie Fragen zu Schenkungen und Legaten oder zu weiteren Themen rund um die ETH Foundation?
Wir freuen uns, Kontakt mit Ihnen aufzunehmen.

Kontakt
x