Ein Boost für mein Selbstvertrauen

Michelle Rüegg studiert Maschinenbau an der ETH und berichtet, weshalb die Anerkennung ihrer Leistungen durch ein Stipendium ein entscheidender Moment in ihrem Leben war.

Aufgewachsen bin ich in Wallisellen. Die mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer gehörten schon in der Schule zu meinen Stärken. Thema meiner Maturaarbeit war die Statik von Brücken. Noch lieber als Bauingenieurin wollte ich aber Maschineningenieurin werden. Vollautomatische Abläufe in Fabriken und solche Sachen haben mich schon immer fasziniert.

Meine Eltern haben beide nicht studiert. Mein Vater hat mir aber die Freude an der Technik vermittelt. Anfangs Gymnasium kaufte ich mir ein Töffli, ein Ciao, an dem wir stundenlang zusammen rumgeschraubt haben. Ich war das einzige Mädchen in Wallisellen mit einem Töffli.

Heilende Membran mitentwickelt
Neben der Liebe zur Technik und zur Mathematik hege ich auch eine Faszination für den Menschen. Was unserem Sein zugrunde liegt, sind an sich simple Prozesse in unserem Körper. Diese Prozesse machen letztlich, dass wir sind, wie wir sind. Sie bewirken, dass wir reden und denken können. Das ist extrem verblüffend. Wegen meines Interesses an biologischen Prozessen habe ich mich innerhalb meines Maschinenbaustudiums auf Biomedizintechnik spezialisiert.

Mein Ziel ist es, neue medizinische Produkte und Technologien zu entwickeln, um damit Menschen zu helfen. Ich kann mir  nichts Sinnvolleres vorstellen, als das Leben anderer ein bisschen zu verbessern. Diabetiker zum Beispiel haben häufig offene Wunden an den Füssen, weil sie über eine schlechte Wundheilung verfügen. In meiner Bachelor-Arbeit habe ich deshalb eine spezielle Membran mitentwickelt, die die Wundheilung bei Diabetikern unterstützen soll.

Für die berufliche Zukunft wichtig
Zwei meiner drei Geschwister studieren berufsbegleitend und stehen finanziell bereits auf eigenen Beinen. Mit ihnen als Vorbilder habe ich mich für ein Stipendium interessiert. Ich habe die Bewerbungskriterien durchgelesen – und erfahren, dass man für ein Exzellenz-Stipendium zu den Besten seines Jahrgangs gehören muss. Deshalb wollte ich mich eigentlich gar nicht bewerben. Mein Freund hat mich dazu gebracht, beim Studiensekretariat nachzufragen. Und tatsächlich, ich zählte zu den Besten! Es war mir schon klar, dass ich gute Noten habe. Dennoch war ich überrascht, zur Spitze zu gehören.

Grüner Kreis mit TextDie Anerkennung durch das Stipendium hat meinem Selbstvertrauen einen regelrechten Boost gegeben. Für die Zukunft bin ich sehr froh darum, diese Anerkennung schwarz auf weiss zu haben. Vor allem auch deshalb, weil ich nicht zu den Leuten gehöre, die sich selbst gerne anpreisen. „Ich gehöre zu den Besten“, würde ich nie über die Lippen bringen. „Ich habe aufgrund meiner Leistungen ein Stipendium erhalten“, sagt sich viel leichter.